Samstag, 31. Oktober 2015

Piercings, Tattoos und bunte Haare bei Kindern/Teenagern erlauben?!



Seid gegrüßt!

Gestern stellte ich in meine Facebook-Gruppe “Ich liebe bunte Haare“ die Frage ein, ob man Kindern die Haare tönen sollte. Im Verlauf kam es auch noch zu den Themen „Piercing“ und Tattoos.
Deshalb möchte ich euch auch hier daran teilhaben und euch wissen lassen, wie ich darüber denke und was gesetzlich eigentlich erlaubt ist.
Natürlich müsst ihr mit mir nicht einer Meinung sein, aber ich bin schon sehr gespannt auf eure Meinungen.

Kommen wir zunächst zum Jugendschutzgesetz, denn rechtlich gesehen sind Tattoos und Piercings Körperverletzung.
Dieser Art der Körperverletzung bleibt nur deshalb straffrei, weil der Betroffene selbst in dieser einwilligt.
Allgemein gibt es kein Gesetz, welches eine Altersbegrenzung für Tätowierungen und Piercings nennt. Es gilt, dass ein Jugendlicher sich dann „verschönern“ lassen darf, sobald er die geistige Reife hat dies entscheiden zu können. Doch wie will ein Piercer/Tätowierer wissen, ob der Jugendliche bereits diese geistige Reife hat? GARNICHT!
Auch die Einwilligung eines Erziehungsberechtigten hat keine rechtliche Grundlage, diese schützt den Inker/Stecher lediglich vor Stress mit dem Erziehungsberechtigten.
Es gibt eine Vereinigung mit dem Namen EAPP (Europäische Vereinigung für professionelle Piercings), welche gegen die Eingriffe bei Jugendlichen unter 14 Jahren ist.
·        Ich selbst bekam mein erstes Piercing mit 15. Ich hatte ein Jahr lang gebettelt bis meine Ma ihre Einwilligung gab. Sie setzte eine Einverständniserklärung auf und gab mir ihren Ausweis mit :-)
Es wurde ein Bauchnabelpiercing und ich bereute es zu keinem Zeitpunkt. Ca. ein weiteres Jahr später ließ meine Mutter sich ebenfalls stechen :-D
Kommen wir zu meinem Sohn.
Piercing:
Nun, mein Schatz ist 14 Jahre alt und bisher hat er noch nicht danach
gefragt. Dennoch frage ich mich, was ich sage, fragt er nach einer
Tätowierung oder einem Piercing. Ich habe dazu folgende Meinung: bei
einem Piercing sage ich „ja“, bei einem Tattoo „nein“.
Würde er mich um ein Piercing bitten, so würde ich ihn genauestens über sein Wunschpiercing informieren. Risiken, Pflege, Narbenbildung, Alltag und Optik. Erst dann, wenn er es verinnerlicht hätte, würde ich es erlauben wäre es noch immer sein Wunsch. Derzeit trägt er noch eine Zahnspange, weshalb ich Cheeks, Lippenbändchen, Medusa, Dahlia und Labret vorerst verbieten würde.
Tattoo:
Das verbiete ich definitiv bis zu seinem 18. Lebensjahr. Sein Körper ist über dem 18. Geburtstag im Wachstum, was eine Verzerrung des Bildes nach sich ziehen und es unschön machen könnte. Ab dem 18. ist er volljährig und muss selbst wissen was er macht und was nicht, ich kann es ihm nicht verbieten.
Zudem ist eine Tätowierung was Dauerhaftes (sehen wir mal von Cover ups und Laser ab) und ich bin der Meinung, ein Jugendlicher kann noch nicht darüber entscheiden.

Kommen wir zum Färben/Tönen der Haare.
Hierfür gibt es die Kosmetikverordnung der EU. Diese besagt seit dem 01. September 2011, dass das Färben der Haare mit Oxidationsfärbemitteln und Phenylendiamine (letztere können allergische Schockzustände verursachen) unter dem 16. Lebensjahr verboten ist. Friseure und auch Verkäufer müssen sich im Zweifelsfalle den Personalausweis zeigen lassen, ansonsten können sich diese sogar strafbar machen.
·        Ich selbst durfte mir die Haare zum ersten mal mit 10 tönen, damals war Karneval und meine Mutter erlaubte es. Später mit 14 ungefähr begann ich zu färben, zuerst Lilatöne wie Cassis oder Aubergine, danach dann bald schwarz. Mit 16 dann färbte ich fast monatlich nach.
Und bei meinem Bübbi?
Bereits im Kindergartenalter wollte auch er die Haare „bunt“ haben, ich vertröstete ihn auf das Schulalter. Am Anfang war es nur der Pony, später auch der ganze Kopf. Ich hatte es ihm weder vorgeschlagen, noch ihn dazu gedrängt oder gezwungen. Er sah es bei mir und wollte es selbst.
Ich tönte seine Haare zunächst mit Directions oder mit 8-Haarwäschen-Tönungen aus der Drogerie. Dann, ungefähr mit 13 wollte er schwarze Haare und nach 2 mal tönen färbte ich sie anschließend. Das ging etwas länger als 1 Jahr so, danach zog  ich die Farbe mit cb4 raus, blondierte sie und tönte sie blau (natürlich trug ich die Blondierung nicht am Ansatz auf und wir testeten diese zuvor an einer kleinen Hautstelle). Jetzt werden sie natürlich nicht mehr blondiert.
Es hat sogar sein Selbstbewusstsein gestärkt. Er steht über blöde Sprüche. Die kamen am Anfang natürlich und wie es bei uns auch immer wieder der Fall ist, passiert es heute auch noch. Aber das stört ihn nicht, denn er weiß was er will.


Ich denke, man sollte seine Kinder zu sich selbst finden und ausprobieren lassen. Man weiß nie wie lange Zeit dafür ist, denn je nachdem welchen Beruf sie wählen ist dies nicht lange möglich. Unsere Kinder müssen herausfinden wer sie sind, was sie wirklich wollen.
Und dann gibt es da auch noch Verbote. Sind wir doch mal ehrlich, je strenger unsere Eltern uns etwas verboten, desto mehr wollten wir es und taten es.
Natürlich sollten unsere Kinder unsere Verbote/Regeln ernstnehmen, sie beachten und auch nach ihnen handeln, das ist klar.
So viele Kids tun jedoch Dinge heimlich ohne Einverständnis der Eltern, das muss nicht sein und so sollten wir ihnen bis zu einem gewissen Punkt Freiraum lassen.
DAS IST MEINE MEINUNG!!!


Natürlich interessieren mich nun eure Meinungen.


Ab wann würdet ihr Piercings, Tattoos und bunte Haare erlauben?
Wann durftet ihr es?
Was sind eure Gründe es zu erlauben oder zu verbieten?


Kommentare:

  1. Ich sehe es genau so wie Du! Ich durfte mich ja schon sehr früh tätowieren lassen und bereue es bis heute nicht. Allerdings habe ich drei Jahre davor das Motiv entdeckt und wollte es wirklich unbedingt. Ich bin selbst Tätowierer und würde nie im Leben meine Nichten stechen, bevor sie 18 sind.

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    1. Eine sehr gute Einstellung meine Liebe

      Ganz liebe Grüße

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  2. Ich selbst habe Tattoos. Und auch früher Piercings gehabt. Ich habe mir das alles um den 18. Lebensjahr herum machen lassen. Meine Eltern hatten da kein Mitspracherecht und sie hielten sich da gsd auch raus. Gut fanden sie es nicht aber es sei mein Körper. Heute bin ich 28 und finde meine Tattoos immer noch total toll. Die Piercings habe ich inzwischen aus praktischen Gründen entfernt.
    Ich habe 2 Töchter. Die älteste ist 5. Zwischen den 2. und 4. Lebensjahr lag sie mir mit Ohrringen in den Ohren. Ich bin der Meinung, solange sie nicht die vollen Konsequenzen hinnehmen will, ist sie nicht reif genug für Ohrringe. Ich habe ihr aufgezählt was Ohrringetragen mit sich bringt. Dass man da zb. beim Sport abkleben oder entfernen muss, dass andere Kinder daran ziehen können, dass es sich ggf. entzündet und bei Stürzen bluten kann oder dass sie manche Ohrringe für die Nacht raus machen muss und morgens wieder rein, allergische Reaktion(ich zb. reagiere bei Nickel). UND dass das Durchstechen der Ohrlöcher weh tut. Ich habe sie darauf hingewiesen dass es eine Entscheidung für immer ist. Sie kann zwar später sagen, dass sie keine mehr tragen will, aber es würden - wie bei mir, Punkte bleiben, man würde es also für immer sehen. Und das, so sagt sie, fände sich nicht so schön. Sie wollte trotzdem Ohrringe haben und ich kaufte ihr welche. Kinderohrringe zum ranklipsen. Sie sollte sie 1 Tag lang tragen um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist Ohrringe zu tragen. Nach 2 Stunden hat sie aufgegeben, weil sie beim Spielen gestört haben... Seitdem sind Ohrringe kein Thema mehr. Ich finde es schrecklich dass andere Eltern bereits ihren Babys Ohrringe s c h i e ß e n lassen, mit dem Argument, sie würden sich später an diesen Schmerz nicht mehr erinnern, also machen sie das lieber jetzt als später. Oh super... Trotzdem wurde dem Kind die Wahlfreiheit gestohlen... Ein 8 Monate altes baby kann sich weder wehren noch dazu äußern.
    Tattoos und Piercings darf sich mein Kind später gern auch vor dem 18. Geburtstag machen lassen WENN ich als Mutter das Gefühl habe, dass sie reif genug dafür ist und die Entscheidung wohl überlegt ist(also nicht im Suff mal entschieden wurde oder weil sie so verliebt in einen Jungen ist). Ab 18 darf und kann ich eh nix mehr dagegen sagen.
    Was das Haare Färben betrifft, habe ich mich bisher noch nicht mit befasst. Ich weiß halt nur dass bestimmte Inhaltstoffe schädlicher für Kinder sind. Bei meinen eigenen Mädels ist das noch kein Thema. Ich habe aber schon einige Kindergartenkinder bei uns gesehen die gefärbte Haare hatten. Was das für eine Farbe war, weiß ich nicht. Ich halte es für unnötig. Wenn die Kinder mal anders aussehen wollen, gibt es Perücken. Wann ich das meinen Mädels mal erlaube, das weiß ich noch nicht., Wie gesagt, ich habe mich damit jetzt noch nicht weiter beschäftigt.

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    1. Was Ohrringe betrifft, so habe ich meine Ohrlöcher bekommen, als ich ein Jahr alt wurde. Ich bin schon etwas froh darum, denn ich erinnere mich nicht mehr daran. Leider sind sie unterschiedlich hoch gestochen worden - mies. Gestört haben sie mich als Kind nicht.
      Mein Sohn hatte auch mal so einen Anflug von Wunsch nach Ohrlöchern. Ich klärte ihn auf und der Wunsch war verschwunden :-D

      Danke für deine Meinung und deinen Kommentar.
      Ganz liebe Grüße,
      Jez

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  3. Wenn mein Kind bunte Haare haben will, bekommt es die auch. Im Kindergarten wären das dann vielleicht mal so bunte Haarsprays und in der Schulzeit bis zur 10. Klasse Directions. Danach wäre mir das egal. Allerdings würde ich auch schauen inwieweit die Farben jeweils schädlich sind für das Kind.

    Bei Piercings und Tattoos finde ich auch, dass es rechtliche Regelungen nicht zum Spaß gibt. Da bin ich eher spießig. Unter 16 schon mal gar nicht und dann ab 18 relativ freies Entscheiden. Ich würde aber auch darauf hinweisen dass es eben Jobs gibt, bei denen man "clean" aussehen muss und nicht nur darüber aufklären, was es für medizinische "Folgen" hat sondern eben auch soziale. Und auch wenn mein Kind 18 ist finde ich, dass man als Elternteil dann ruhig noch sagen kann wenn man Bedenken hat oder dass man es eben nicht gut findet und nicht erlauben würde. Nur weil man 18 Jahre alt ist hat man noch längst keine Narrenfreiheit und vor allem eben nicht, wenn man noch zuhause wohnt, finde ich.

    Mir wurde die Entscheidung mit den Ohrringen auch genommen. Ich soll mir als Kleinkind wohl Ohrringe gewünscht haben und meine Oma hat meiner Mutter das Geld für den Juwelier gegeben. Das hat sie allerdings für Drogen oder Partys oder wasweißich benutzt und mir die Ohrlöcher schief selbst gestochen (!!!). Ich hatte mit knapp 2 Jahren also selbst gestochene Piercings weil meine Mutter die 10 Mark für sich selbst "brauchte". Und auch wenn allgemein gilt dass man vor dem 3. Lebensjahr kaum Erinnerungen haben kann - ich weiß bis heute, dass ich auf ihr schwarzes Lederportemonnaie beißen musste was bei mir einen Würgereiz ausgelöst hat und dass es scheiße weh getan hat. Und da wundern sich Leute, dass ich einen Hass auf diese Person habe... naja, andres Thema.

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    1. Bei den Jobs hast du vollkommen recht, deshalb schrieb ich ja "Alltag".

      Mein Sohn hat mit 18 auch keine Narrenfreiheit, sofern er noch bei uns wohnen wird. Was aber Tattoos, Piercings etc. angeht, so muss er das für sich entscheiden.

      Uff, ist ja krass. Ich wusste nicht, dass du so eine Mutter hast. Das tut mir so leid für dich. Ich habe einen Drecksack zum Vater und verstehe dich.
      Du bist stark und schaffst das.

      Ganz liebe Grüße Süße,
      Jez

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